Chinas „Neue Seidenstraße“

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Die über 2.000 Jahre alte antike Seidenstraße zwischen Europa und China soll wiederbelebt werden. Im Jahr 2013 rief Chinas Staatspräsident Xi Jinping während seines Besuchs in Kasachstan die neue Seidenstraßeninitiative oder auch „Belt and Road Initiative“ (BRI) aus. Das chinesische Konzept plant mit der Beteiligung von mehr als 60 Ländern in Europa, Asien und Afrika eine riesige Wirtschaftszone zwischen Asien und Europa. Das Konzept sieht zwei Haupttransportrouten vor: Zum einen der Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel („Belt“), der über den Landweg von China über Zentralasien und den Nahen Osten bis nach Europa reicht. Zum anderen die maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts („Road“), die auf dem Seeweg von Südchina über Südostasien, Indien, Sri Lanka und Ostafrika nach Europa führt. Auf beiden Routen werden Waren zwischen Asien, Afrika und Europa transportiert.

Die neue Seidenstraßeninitiative umfasst derzeit sechs Wirtschaftskorridore, die in den kommenden Jahren verbunden werden sollen. Immerhin verkehren schon jetzt fünfmal pro Woche Züge zwischen Duisburg und Chongqing im Südwesten Chinas.

Bereits jetzt haben chinesische Firmen über 55 Milliarden US Dollar in BRI-Ländern investiert. In den kommenden Jahren soll der Ausbau der Transport- und Energieinfrastruktur weiter vorangetrieben werden. Auch eine Intensivierung der Handelsbeziehungen durch den Abschluss von Freihandelsabkommen, den Ausbau von Sonderwirtschaftszonen und die Schaffung vereinfachter Zollabfertigungen an den Grenzen ist Teil der Initiative.

Auch deutsche und Thüringer Firmen profitieren von der angestoßenen Entwicklung in den Ländern der Neuen Seidenstraße: Entlang der Route ergeben sich erleichterte Geschäftstätigkeiten, niedrige Markteintrittsbarrieren und vereinfachte Markterschließungen. Zudem können Produktionskapazitäten aufgeteilt werden, was wiederum Kostenvorteile mit sich bringt. In nahezu allen Branchen in Kasachstan, Russland und China lassen sich steigende Nachfragen nach deutschem Know-how verzeichnen. Dies gilt besonders für  Absatzmöglichkeiten in der Bauwirtschaft, in der für Großprojekte Spezialausrüstungen benötigt werden.  Auch die Zulieferung von Produkten für Kraftwerks- und Pipelineprojekte kann für Thüringer Unternehmen im Bereich der Erschließung neuer Gas- und Ölreserven von Bedeutung sein.

Thüringen International wird im Rahmen von Informationsveranstaltungen und einer Unternehmensreise die Handelsroute „Neue Seidenstraße“ ab Mitte des Jahres näher beleuchten. Wir bieten Ihnen mit unseren Unterstützungsmaßnahmen eine effiziente Möglichkeit, diese neuen Absatzmärkte zu erschließen. Unsere Kolleginnen Anita Spiegler (Projektleiterin Ostasien) und Irina Heß (Projektleiterin GUS) stehen für Fragen zur Verfügung.