Für den Zeitraum vom 4. bis 10. Oktober plant Thüringen International gemeinsam mit der IHK Südthüringen eine Unternehmensreise nach Vietnam und Thailand. Während die Marktunterstützung für Vietnam seit geraumer Zeit im Fokus der Thüringer Auslandsaktivitäten steht, ist Thailand hier bislang weniger vertreten. Stationen der zweitägigen Marktsondierung in Thailand werden Bangkok und der sogenannte Eastern Economic Corridor (EEC) sein – eine Sonderwirtschaftszone für den High-Tech-Bereich, die die drei Provinzen Chonburi, Rayong und Chachoengsao umfasst. Grund genug, sich den Potenzialmarkt Thailand genauer anzusehen.
Mit seinen über 70 Millionen Einwohnern hat das südostasiatische Land den größten Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung unter den ASEAN-Ländern. Nach sehr hohen – zum Teil zweistelligen – Wachstumsraten in den vergangenen Jahrzehnten verzeichnet das Land aktuell ein im regionalen Vergleich eher moderates BIP-Wachstum. In diesem Jahr wird dieses voraussichtlich 1 bis 2 Prozent betragen. Auch im Wettbewerb um ausländische Investitionen konkurriert das Land immer stärker mit weiteren ASEAN-Staaten, wie z.B. Vietnam. China ist Thailands wichtigster Handelspartner und größter Investor. Trotzdem versucht das Land, im Umgang mit den Großmächten ein geopolitisches Gleichgewicht zu wahren.
Neben der Kfz-Produktion und der Chemieindustrie gehören die Nahrungsmittelverarbeitung – Thailand gehört zu den größten Exporteuren von Nahrungsmitteln – und die Elektronikindustrie zu den bedeutendsten Industriesektoren. Die Elektronikindustrie ist zudem die wichtigste Exportbranche des Landes. Im Dienstleistungssektor ist der Tourismussektor die tragende Säule und ein wichtiger Devisenbringer. Ein Zugpferd der Wirtschaft ist der boomende Außenhandel, der in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent zulegte. Die hohe Außenhandelsquote und der Tourismus machen die Wirtschaft des Landes jedoch von internationalen Entwicklungen abhängig.
Als ASEAN-Mitglied ist Thailand bereits in den innerasiatischen Freihandel eingebunden. Mit dem RCEP-Abkommen (Regional Comprehensive Economic Partnership) werden zusätzlich Handelserleichterungen mit starken Partnern wie China, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland ermöglicht. Damit nimmt die Integration in die Weltwirtschaft und in internationale Lieferketten deutlich zu. Und die Zeichen stehen auf weitere Expansion. Neue Impulse werden in Zukunft von einem umfassenden Handelsabkommen zwischen der EU und Thailand erwartet. Die Vertragsverhandlungen hierzu laufen allerdings noch.
Die thailändische Regierung hat aktuell ein milliardenschweres Konjunktur- und Hilfspaket beschlossen, um die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu kompensieren. Die Blockade der Straße von Hormus hatte die Energieimporte des Landes stark tangiert.
Für Thüringer Exporteure ist Thailand ein grundsätzlich sehr interessanter, wenn auch selektiver Wachstumsmarkt. Chancen bestehen vor allem in technologisch anspruchsvollen Nischen. So fragt Thailand im Bereich Maschinen- und Anlagenbau vor allem Hightech-Maschinen nach, die im Umbau von Produktionsprozessen zahlreich benötigt werden. Unternehmen des Freistaats exportierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von über 80 Mio. € nach Thailand, während Waren im Wert von über 50 Mio. € importiert wurden.
Weitere Informationen zur geplanten Unternehmensreise finden Sie demnächst auf unserer Website. Ihre unverbindliche Anmeldung können Sie bereits hier vornehmen. Sie werden dann automatisch über Updates und die spätere verbindliche Anmeldung informiert.
